Die Bauproduktenverordnung (Verordnung Nr. 305/2011) wurde am 9.3.2011 durch das Europaparlament verabschiedet und am 4. April 2011 im Amtsblatt der EU publiziert. Sie gilt in Teilen seit 24. April 2011 wurde und hebt mit 1.7.2013 die Bauproduktenrichtlinie (89/106/EWG) auf.

Der BPV kommt eine zentrale juristische Bedeutung zur Festlegung harmonisierter Bedingungen für die Vermarktung und das Inverkehrbringen von Bauprodukten zu.

Historisch betrachtet ist die BPV eine Weiterentwicklung der Bauproduktenrichtlinie, deren Hauptmotivationen die Vereinfachung (z.B. Vereinfachte Verfahren, Regelungen für Kleinstunternehmen), Präzisierung (z.B. exaktere Beschreibung von Regelungen, Begriffsbestimmungen) und Stärkung der Glaubwürdigkeit (z.B. strengere, einheitliche und detailliertere Kriterien für notifizierte Stellen) war.

Das Prinzip des freien Warenverkehrs von Bauprodukten bzw. die Vereinheitlichung von Anforderungen wird auf technischer Ebene durch harmonisierte technische Spezifikationen erreicht, an Hand derer die Leistung von Bauprodukten vereinheitlicht und auch bewertet werden kann. Diese harmonisierten technischen Spezifikationen können entweder harmonisierte Europäische Normen (hEN) oder Europäische Bewertungsdokumente (EAD, European Assessment Documents) darstellen.

Die BPV legt wesentliche Anforderungen an das Bauwerk, in welchem Bauprodukte verwendet werden, fest, die bei normaler Instandhaltung über einen wirtschaftlich angemessenen Zeitraum erfüllt werden müssen. Dazu gehören:

• Mechanische Festigkeit und Standsicherheit
• Brandschutz
• Hygiene, Gesundheit und Umweltschutz
• Sicherheit und Barrierefreiheit bei der Nutzung
• Schallschutz
• Energieeinsparung und Wärmeschutz
• Nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen

Diese wesentlichen Anforderungen der BPV dienen als Grundlage zur Erstellung harmonisierter technischer Spezifikationen und für Aufträge (Mandate) an

  • CEN (European Commitee for Standardization) zur Erarbeitung von harmonisierten europäischen Normen (hEN)
  • EOTA (European Organisation for Technical Approvals) zur Erarbeitung von Europäischen Bewertungsdokumenten (EAD)

Die Erfüllung der harmonisierten technischen Spezifikationen dient als Basis der CEKennzeichnung, mit welcher der Hersteller nachweist, dass das Produkt alle wesentlichen Anforderungen der Verordnung erfüllt und die relevanten Richtlinien der EU eingehalten werden.