E.Lyse – Antimikrobielle Oberflächen ohne Biozide

Schutz vor pathogenen Keimen durch physiko-chemische und elektrochemische Modifikation der Oberfläche von Materialien.

Gerade in medizinischen und Gesundheitseinrichtungen werden große Anstrengungen unternommen, um gravierenden Vorkommnissen (nosokomiale Infektionen, C. difficile, etc.) vorzubeugen. Seit geraumer Zeit wird neben Reinigungs- und Desinfektionszyklen auch der Einsatz von antimikrobiellen Oberflächen in den Vordergrund gerückt. Betrachtet man die Literatur zu diesem Thema, gab es in den letzten 10 Jahren wenig neue Erkenntnisse dazu – Innovationen waren durch den Einsatz von Bioziden nicht notwendig. Durch die neue Biozidverordnung sind jedoch viele Substanzen in der Evaluierung, wenige werden akzeptiert werden. Ein Umdenken und neue Ideen sind jetzt unabdingbar.

Ziel des Projektes E.Lyse ist es, das Hygiene-Netzwerk weiter auszubauen, um neue Ideen für antimikrobielle Oberflächen zu entwerfen. Lösungsmöglichkeiten zur Sicherstellung von hygienischen Standards, mit besonderer Berücksichtigung von physikalischen und elektrochemischen Wirkungsmechanismen, werden entwickelt.

Antimikrobielle Oberflächen selbst, werden durch den Einsatz von Bioziden (organisch/anorganisch) erreicht. Andere Konzepte beschäftigen sich mit antiadhäsiven Oberflächen oder gehen in Richtung neuer Oberflächenstrukturen. Aber es gibt auch physikalische Wirkungsmechanismen, die eingesetzt werden können. Eine Kombination dieser Wirkungsmechanismen soll angestrebt werden.
Da der völlige Verzicht auf Biozide wahrscheinlich nie möglich sein wird, um z.B. Pilzsporen abzutöten, soll ein anderes ganzheitliches Konzept in die nähere Betrachtung kommen. So werden im Rahmen des Projektes antimikrobielle Oberflächen/Beschichtungsverfahren erzeugt. Dabei kombiniert man keimabtötende Effekte (milde chemisch, physikalisch und elektrochemisch) mit keimabweisenden Effekten. So werden u.a. Wirkungsmechanismen, basierend auf induzierten elektrochemischen Effekten oder Ionendiffusion sowie physikalische Effekte, basierend auf z.B. nano/mikrostrukturierten Beschichtungen auf ihre keimabtötenden Eigenschaften untersucht. Durch eine Kombination der Wirkungsmechanismen wird ein multifaktorielles Verfahren angestrebt.

Projektlaufzeit: 2017 – 2018

Förderung: FFG, Coin Netzwerk

Projektkonsortium:

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